Ewa Kujawskas’ Kunst

Wie in den Werken von Santiago Cardenas wird in der Malerei von Ewa Kujawska eine Allianz der Fantasie mit dem Verstand hervorgerufen. Ihren Werken gelingt dies in einer spielerisch wirkenden Abstraktion.
Die Arbeiten von Ewa Kujawska zeichnen sich auf den ersten Blick durch die enorme Dichte des Malgrunds und die daraus resultierende unbändige Energie aus. Dabei fokussiert sich die Energie in nahezu allen Werken auf ein oberflächlich integriertes, zumeist zentral angeordnetes Objekt: Sei es eine kleine, gefundene Münze, ein winziger Stein, eine glänzende Stahlkugel oder ein zufällig vom Fluss herbeigespültes Stück Holz. Gegenstände, die ihren Status als Objekte verlieren, um Teil des plastischen Vokabulars der Kunst zu werden.
Es handelt sich um Zufallsbegegnungen mit „Zeitzeugen“, die Sinnbilder sind und Geschichten erzählen. Durch die Kunst werden sie von der Objekthaftigkeit befreit und erlangen eine nie geahnte Bühne und Öffentlichkeit. Festgehaltene und konservierte Momente des Lebens. Wertvolle Augenblicke, die sehr bescheiden, kurz und durchaus alltäglich sein können und daher meist unbeachtet an uns vorbeiziehen. Ewa Kujawska hat die Intuition, die Spontanität und das Bewusstsein für den kleinen emotionalen Augenblick, dem sie einen größeren, liebevollen Raum schenkt.
Auf diese Weise finden der Zufall und die Erinnerung ihren Platz auf der streng konzeptionell und auf ein Minimum reduzierten, oft leuchtenden Leinwand. Strahlendes Orange, tief dunkles Blau oder häufig, monochrom weiße Flächen sind das bevorzugte Farbspektrum emotionaler Inszenierungen.
Ewa Kujawska findet in den kleinen Begegnungen fantasievolle Themen und Materialien für ihre Mediamix-Arbeiten. Es entstehen Werke mit wunderschönen Texturen, spannenden Formen, überraschenden Farben, zufälligen Materialien und sehr viel bewahrter Vergangenheit. Sie lädt den Betrachter zu einer individuellen Entdeckungsreise ein. Ihre Werke fordern Zeit, im Tausch für das Erleben einer Symbiose von Fantasie und Verstand.