Moreno Ugo und die Apokalypse von A. Dürer

Mit 26 Jahren schafft Albrecht Dürer ein Werk, das ihn mit einem Schlag berühmt macht: die Holzschnitte zur Apokalypse. Bis dahin war der Holzschnitt kaum mehr als eine primitive Technik zur Vervielfältigung einfacher Bildinhalte. Dürer gestaltet Blätter voller Wucht, mit vorher nie gesehenen Szenen und unvergessenen Gestalten. Die Originale wurden 1498 veröffentlicht.

Die Apokalypse war ein großer Erfolg und machte Dürer in kurzer Zeit weit über die Grenzen seiner Heimatstadt hinaus bekannt. In einer von Endzeiterwartungen geprägten Zeit politischer und religiöser Umwälzungen – wenige Jahre vor der Reformation – war das Interesse an apokalyptischen Themen groß. Auch finanziell war die Apokalypse für Dürer sehr einträglich, sie verschaffte ihm sein Leben lang beträchtliche Einkünfte. Für den Vertrieb beschäftigte Dürer „Reisediener“, die von Stadt zu Stadt reisten und Drucke verkauften. Auch seine Frau Agnes und seine Mutter verkauften Exemplare auf Messen.

Moreno Ugo, der mittlerweile auch in Venedig lebt und arbeitet, hat sich in diesem Jahr (2022) thematisch mit den Holzschnitten der Apokalypse beschäftigt. Entstanden sind wunderbare Papierarbeiten, deren Grundlage die gedruckten original Motive Dürers sind. Moreno Ugo hat damit das Thema der Apokalypse modern interpretiert und in die heutige Zeit transformiert.