Simona Fedele

 

„Das Gesicht drückt viele Dinge aus, die nicht gesagt werden können. Jeder Ausdruck, jedes Detail spricht über uns.“, erklärt die italienische Künstlerin Simona Fedele. Sie portraitiert hauptsächlich Frauen und schafft es durch den Ausdruck ehrlicher Emotionen und einem feinen Gespür für die Wahl ihrer Materialien eine besondere Stimmung und Sinnlichkeit durch ihre Werke zu transportieren. 

Simona wurde 1967 in Udine in Italien geboren und lebt und arbeitet bis heute dort. Trotz der geografischen Ferne zu den Kunstmetropolen der Welt, hat sie es geschafft ihre Werke weltweit zu präsentieren. Vor zwanzig Jahren sorgte eine italienische Galerie dafür, dass ihre Kunst nach Amerika gelangte. Heute stellt sie weltweit aus und ist besonders auf dem europäischen Kunstmarkt sehr beliebt. Die Autodidaktin hat keine künstlerische Schule besucht. Sie malt seitdem sie ein Kind ist und hat sich der Portraitmalerei früh angenommen, indem sie begann ihre jüngeren Geschwister zu malen. Simona wollte nie Künstlerin werden und erzählt bescheiden, dass sie sich auch heute nicht als solche bezeichnen würde. 

„Die Autodidaktin versteht es Sinnlichkeit, Schönheit und Selbstironie auf der Leinwand festzuhalten.“, sagt der Inhaber der „eine art Galerie“ in Koblenz, in der Simona seit 2017 ausstellt. In ihren Werken kombiniert sie durch die fotorealistische Darstellung der Frauen Realität und Fiktion. Farben, sowie Materialien überlagern sich. Teile der Leinwand wurden zerrissen und rekonstruiert. Obwohl in den Bildern viel passiert und es viel zu entdecken gibt, strahlen sie Harmonie aus. Sie werfen die Frage danach auf, wer diese portraitierten Frauen sind. „Ich denke, auch gewöhnliche Frauen sind außergewöhnlich.“, erklärt Simona und macht dadurch schnell das Frauenbild bezüglich ihrer Kunst klar. 

Portraitmalerei gehört seit der Antike zu den Hauptthemen in der Kunst. Die Art und Weise, der Stil und die Intentionen dahinter haben sich durch die Epochen verändert. Das hing unter anderem immer mit dem Entdecken neuer Techniken und Materialien zusammen. Ein Beispiel ist die Ölmalerei, die in der Renaissance entdeckt wurde. Auf Grundlage dessen entstand das wohl berühmteste gemalte Portrait einer Frau: Die Mona Lisa von Leonardo da Vinci. Eine von vielen Frauendarstellungen in der Kunstgeschichte. Maßgeblich aber gemalt von Männern. Verschiedene Ausstellungen und Kunstinteressierte beschäftigen sich heute mit der Entwicklung des Frauenbildes in der Kunst. Insbesondere damit, wie sich der Blick auf die Frau in einem Portrait einer weiblichen Künstlerin von dem eines männlichen unterscheidet. 

Von künstlerischen Referenzen hält Simona nicht viel. „Wie Francis Scott Fitzgerald in "Der große Gatsby" schrieb: Man kann die Vergangenheit nicht wiederholen.“, sagt sie. 

Aussagen wie diese beweisen Fachwissen und ihr Bewusstsein für die Geschichte, zeigen aber gleichzeitig, dass die Künstlerin sich ihrer eigenen Kunst bewusst ist. 

Die Herangehensweise an ihre Werke hat sich vor Allem in den letzten zwei Jahren verändert. Vorher begann jedes Portrait mit einer Zeichnung. Heute hat sie gelernt fotografische Grundlagen zu nutzen. „Das ist aus persönlicher Sicht nicht immer befriedigend, aber im Hinblick auf den Verkauf.“, erklärt sich Simona. „Es liegt wenig Kunst in diesen Worten, ich weiß.“, fügt sie hinzu. Dass Kunst nicht nur Leidenschaft, sondern auch harte, ernsthafte und professionelle Arbeit ist, wird im Gespräch mit Simona schnell deutlich. Immer wieder erwähnt sie ihre Familie und insbesondere ihre drei Söhne, die sie finanziell auch durch ihre Arbeit unterstützen muss und weshalb Leidenschaft und Liebe nicht immer ausreichen. 

Die 53-jährige experimentiert viel mit verschiedenen Materialien. Leinwand, Stoff, Stuck, Zement, Blätter, Blumen, Papier und Pappe aller Art dienten als Material. Wichtig ist ihr, dass diese möglichst recycelbar sind und keine umweltverschmutzenden Substrate enthalten.

Die Antwort auf die Frage nach ihrer Inspirationsquelle fällt Simona nicht einfach. Dennoch ist ihre Antwort eindeutig: Die Liebe. „Wenn ich allein in meinem Atelier bin, denke ich viel nach, ich schreibe viel, ich lese viel, bevor ich zeichne. Und ich liebe alles intensiv. Meine Söhne, die Natur, meine Arbeit. Ich liebe und leide für viele Dinge: alles, auch das Kleine, nimmt mich mit, bezieht mich ein, verzaubert mich.“

Simona beendet das Gespräch mit herzlichen Worten: „Ich hoffe, dass die Zukunft uns allen große Dinge bringen wird, immer mit Liebe und Respekt für unsere Arbeit und für die Menschen, die mit uns zusammenarbeiten.“.

(Text: Selina Hofmann im Interview mit Simona Fedele Juni 2020)

 

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